2019 – INTERVENTION – Last Exit nach dem Brexit – Ist Europa noch zu retten?

 

INTERVENTION 2019

 

Last Exit nach dem Brexit

Ist Europa noch zu retten?

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EINE INTERVENTION DER RÖMERBERGGESPRÄCHE

Noch nie stand Europa so unter Beschuss wie jetzt. Wünsche nach einer Rückabwicklung der Integration stehen im Raum oder haben auch schon in einigen Mitgliedsstaaten der EU zu konkreten Schritten geführt. Die Kritik wird begleitet von ganz unterschiedlichen Einschätzungen über die Versäumnisse und Fehler, die in der Vergangenheit begangen wurden. Hinzukommt eine mehr oder weniger offen erklärte EU-Feindschaft durch weltpolitische Akteure wie Trump und Putin.

Die Kräfte des Zusammenhalts scheinen demgegenüber am Schwinden, die Verteidigung der EU als politisches Projekt vergleichsweise schwach. Die europäische Integration hat viele Feinde, der Nationalismus ist in vielen Ländern Staatsdoktrin geworden, der Traum eines geeinten Europa hingegen kaum noch attraktiv.

Zwei Wochen vor der Europawahl möchten die Römerberggespräche in der „Europastadt Frankfurt“ wissen, ob Europa angesichts der vielfach artikulierten Enttäuschungen und dem grassierenden Hass auf „Brüssel“ noch zu retten ist. Und wenn ja, wie müssten die notwendigen Schritte einer solchen Rettung aussehen? Und was dürfen wir uns erhoffen?

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EINTRITT FREI
SAMSTAG, 11. MAI 2019
IM SCHAUSPIEL FRANKFURT
Moderation: ALF MENTZER

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Die Veranstaltung findet statt in Kooperation mit dem Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität Frankfurt.

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PROGRAMM

10.00 Uhr Begrüßung Ina Hartwig

Dezernentin für Kultur und Wissenschaft

10.15 Uhr Philip Manow

Europawahlen als europäische Protestwahlen

11.15 Uhr Christine Landfried

Wo versteckt sich die europäische Öffentlichkeit?

12.15 Uhr Andreas Rödder

Europa, werde wesentlich! Ein Plädoyer wider Überspannung und Moralisierung

14.15 Uhr Stefan Kadelbach

„Souveränität Europas“ oder zurück zum Nationalstaat? Mögliche Szenarien für die Zukunft der Europäischen Union

15:30 Uhr Welche Reformen braucht die Europäische Republik?

Mara-Daria Cojocaru und Ulrike Guérot im Gespräch mit Alf Mentzer

17.00 Uhr Daniel Röder

Am Puls Europas?

ENDE GEGEN 18:00 UHR

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REFERENTEN

Mara-Daria Cojocaru

ist Dozentin für Philosophie an der Hochschule für Philosophie München und Schriftstellerin. Sie hat Politikwissenschaft, Theaterwissenschaft, Recht und Philosophie studiert. Auslandsaufenthalte brachten sie u.a. nach Südafrika, in die USA und nach Großbritannien. Sie publiziert regelmäßig in wissenschaftlichen und nicht-wissenschaftlichen Formaten. Für ihren letzten Gedichtband „Anstelle einer Unterwerfung“ (2016, Schöffling & Co.) wurde sie 2017 mit dem Bayerischen Kunstförderpreis Literatur ausgezeichnet. Seit ihres DFG-Forschungsaufenthaltes in Sheffield fokussiert sie ihre philosophische Forschung auf die Rolle von Emotionen in Politik und Moral. Aktuell arbeitet sie an einem Buch zur Rolle von Emotionen in den Beziehungen zwischen Menschen und Tieren. Sie gibt das Jahrbuch „Praktische Philosophie in globaler Perspektive“ (seit 2017, Alber) mit heraus.

Ulrike Guérot

ist seit 2016 Professorin an der Donau-Universität Krems und Leiterin des dortigen Departments für Europapolitik und Demokratieforschung. Zudem ist sie Gründerin des European Democracy Labs in Berlin. Zuvor arbeitete sie in europäischen Think Tanks und an Universitäten in Paris, Brüssel, London, Washington und Berlin. Ihre Bücher „Warum Europa eine Republik werden muss! Eine politische Utopie“ (2016 Dietz) und „Der Europäische Bürgerkrieg – Das offene Europa und seine Feinde“ (2017 Ullstein) wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt. Ihr aktuelles Werk „Wie hältst du‘s mit Europa“ erscheint im März 2019 im Steidl Verlag.

Stefan Kadelbach

ist nach Studium an den Universitäten Tübingen, Frankfurt und Charlottesville (Virginia) und einer Professur an der Universität Münster seit 2004 Professor für Öffentliches Recht, Europarecht und Völkerrecht, Direktor des Wilhelm Merton-Zentrums für Europäische Integration und seit 2008 Mitglied des Exzellenzclusters „Normative Ordnungen“ an der Goethe-Universität Frankfurt. Seine Arbeitsgebiete sind das Verfassungsrecht der Europäischen Union, die Menschenrechte und das allgemeine Völkerrecht. Zum Thema erschien zuletzt sein Band „Verfassungskrisen in der Europäischen Union“ (2018).

Christine Landfried

ist emeritierte Professorin für Politikwissenschaft an der Universität Hamburg und Senior Fellow der Hertie School of Governance in Berlin. Sie war von 2014 bis 2016 Max Weber Professorin für Deutschland- und Europastudien an der New York University und anschließend Senior Émile Noël Fellow an der NYU School of Law. 2016 erhielt sie den Schader-Preis für innovative Forschung. Ihre Themen sind die Verfassungsgerichtsbarkeit, die Finanzierung der Politik und die europäische Integration. Sie möchte mit ihren Arbeiten zur EU analysieren, unter welchen Bedingungen kulturelle, ökonomische und politische Differenzen ein Potential für demokratisches Regieren sein können. Im März 2019 erschien der von ihr herausgegebene Band „Judicial Power. How Constitutional Courts Affect Political Transformations”, und im Moment arbeitet sie an einer neuen Auflage ihres Buches “Das politische Europa. Differenz als Potential der EU.“

Philip Manow

ist seit 2010 Professor für Vergleichende Politische Ökonomie an der Universität Bremen mit vorherigen Professuren an den Universitäten Konstanz und Heidelberg. Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der vergleichenden Wohlfahrtsstaatsforschung, des deutschen politischen Systems, und der Politischen Theorie. Er war 2014/15 Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin und 2017/18 am Kulturwissenschaftlichen Kolleg der Universität Konstanz und ist Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Zu seinen letzten Buchveröffentlichungen gehört die Studie „Die Politische Ökonomie des Populismus“ (Suhrkamp 2018) sowie der Sammelband „Welfare democracies and party politics: Explaining electoral dynamics in times of changing welfare capitalism“ (Oxford University Press 2018).

Alf Mentzer

Jahrgang 1966, Literaturwissenschaftler, leitet das Ressort hr2-Tagesprogramm im Hessischen Rundfunk.

Andreas Rödder

ist seit 2005 Professor für Neueste Geschichte an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Er wurde 1995 in Bonn mit einer Dissertation über „Stresemanns Erbe. Julius Curtius und die deutsche Außenpolitik 1929-1931“ promoviert und habilitierte sich 2001 an der Universität Stuttgart mit einer Arbeit über die politische Kultur der britischen Konservativen zwischen 1846 und 1868. Er war Stipendiat am Historischen Kolleg in München sowie Gastprofessor an der Brandeis University, Boston (Ma.) und an der London School of Economics and Political Science. Rödder hat sechs Monographien verfasst, darunter „Deutschland einig Vaterland. Die Geschichte der deutschen Wiedervereinigung“ (2009), „21.0. Eine kurze Geschichte der Gegenwart“ (2015) und „Wer hat Angst vor Deutschland? Geschichte eines europäischen Problems“ (2018). Er ist u.a. Mitherausgeber der Historischen Zeitschrift, Mitglied des Fachkollegiums Geschichte der Deutschen Forschungsgemeinschaft sowie der Wissenschaftlichen Beiräte des Instituts für Zeitgeschichte München/Berlin und des Hauses der Geschichte der Bundesrepublik Bonn/Leipzig.

Daniel Röder

ist Rechtsanwalt und Mediator in der von ihm mitgegründeten Kanzlei Greenfort in Frankfurt am Main. Seit 2009 ist er Lehrbeauftragter an der Goethe-Universität Frankfurt am Main sowie seit 2016 an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Seit 2013 ist er zudem Richter am hessischen Anwaltsgerichtshof. Im November 2016 war Daniel Röder Impulsgeber zur Gründung der Initiative „Pulse of Europe“, einer überparteilichen und unabhängigen Bürgerinitiative mit dem Ziel, den europäischen Gedanken wieder sichtbar und hörbar zu machen. Pulse of Europe wurde mehrfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Europäischen Bürgerpreis 2017 des Europäischen Parlaments, dem Marion Dönhoff Preis für internationale Verständigung und Versöhnung und dem Erich-Fromm-Preis. Der Bundespräsident verlieh Daniel Röder und seiner Frau Sabine für deren Engagement das Bundesverdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland.

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