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Ein Gespenst geht um in Europa – das Gespenst der "Postdemokratie". Mit diesem Begriff wird eine politische Verfasstheit des Gemeinwesens bezeichnet, in der sich demokratische Teilhabe verschoben hat. Nicht das Volk ist der eigentliche Souverän, nicht Wahlen bestimmen über die politische Repräsentation. Stattdessen, so die Kritik, wird Teilhabe nur simuliert, Politik wird zwischen Experten und Lobbyisten verhandelt: Im Hinterzimmer der Macht arrangieren sich Politik und Wirtschaft informell.
Aber das Wahlvolk wehrt. Die Bürger schließen sich zu (wütenden) Lobbygruppen zusammen und treiben die Politik jenseits der etablierten Entscheidungsprozesse vor sich her – mit lautstarker Unterstützung der Medien, die Erregungen und Stimmungen schüren. Ist damit schon der Tatbestand der Demokratiegefährdung gegeben, oder meint "Postdemokratie" nicht auch einen lebendigen Pluralismus, da Standards der Interessenberücksichtigung neu und kritisch verhandelt werden? Zeigen nicht die Arabellion von 2011 und die Reaktionen auf Ungarn die Vitalität der demokratischen Idee? Könnten nicht diese und andere Auseinandersetzungen Vorboten einer partizipatorischen Revolution sein?
MODERATION: Alf Mentzer
Samstag, 28. April 2012, 10.00 Uhr,
im Chagallsaal des SCHAUSPIEL Frankfurt
Eintritt frei

10.00 Uhr Begrüßung
Felix Semmelroth
Dezernent für Kultur und Wissenschaft

10.15 Uhr
Martin Saar
Ohnmacht und Unfreiheit: Was ist Postdemokratie?

10.45 Uhr
Gábor Demszky
Die alte Samisdat-Kultur und die neue Opposition in Ungarn

11.30 Uhr
Karim El-Gawhary
Vom Arabischen Frühling zum ....?
12.15 Uhr
Franziska Augstein
Warum die Presse Freiheit braucht

Mittagspause

14.00 Uhr
Udo di Fabio
Elite und Populismus: Ist Demokratie dysfunktional?

15.00 Uhr
Wolfgang Kraushaar
Die Diagnosen von 1968 und 2012: Gibt es eine Alternative zur repräsentativen Demokratie?

16.00 Uhr
Demokratie – Auslaufmodell und Exportschlager?
Eine Diskussion mit Hamed Abdel-Samad, Nils Minkmar und Joseph Vogl

17.00 Uhr
Paul Nolte
Euphorie und Enttäuschung. Die schwierige Neuerfindung der Demokratie

Ende gegen 18.00 Uhr
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