2014 – 42. Doch wieder Krieg? Globale Bedrohung und das Dilemma des Friedens

42. Doch wieder Krieg? Globale Bedrohung und das Dilemma des Friedens

REFERENTEN
KATAJUN AMIRPUR / LOTHAR BROCK / KERSTIN HOLM / JÖRN LEONHARD / RUPERT NEUDECK / ALF MENTZER / NORMAN PAECH / JAN PLAMPER / JURKO PROCHASKO
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REFERENTEN

KATAJUN AMIRPUR

geboren 1971 in Köln. Studium der Islamwissenschaft in Bonn und der Islamischen Theologie in Teheran. Promotion im Fach Iranistik über einen zeitgenössischen Reformdenker. Habilitation im Fach Islamwissenschaft über moderne Zugänge zum Koran. Von 2010 bis 2011 Assistenzprofessorin in Zürich, seit 2011 Professorin für Islamische Studien an der Universität Hamburg. Forschungsschwerpunkte: Islam und Dialog, Islam & Gender. Im Jahre 2013 erschien im Beck-Verlag: Den Islam neu denken. Der Dschihad für Demokratie, Freiheit und Frauenrechte. 2015 wird im Reclam-Verlag das Buch: Die Schia erscheinen.

LOTHAR BROCK

Jahrgang 1939, Senior-Professor an der Goethe-Universität Frankfurt und Gastforscher an der Hessischen Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK). Vorsitzender des Beirats der Stiftung Entwicklung und Frieden, Bonn. Mitglied des Vorstandes der Vereinigung deutscher Wissenschaftler (vdw). 1980-2005 Professor für Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt Internationale Beziehungen an der Goethe-Universität und Forschungsgruppenleiter an der HSFK. 2001-2013 Mitglied des International Review Panel des vom Schweizer Nationalfonds geförderte Forschungsverbundes „North-South“. Langjähriger Leiter der Kammer der EKD für nachhaltige Entwicklung. Forschungsaufenthalte in den USA, Indien, Peru, Brasilien, Kenia, Äthiopien. Arbeitsschwerpunkte: Internationale Beziehungen/Entwicklungspolitik; Friedensforschung. Buchveröffentlichungen u.a.: „Fragile States. Violence and the Failure of Intervention (zus. mit H.-H. Holm, G. Soerensen und M. Stohl) (2012); “Democratic Wars. The Dark Side of Democratic Peace“ (Hg. zusammen mit Anna Geis und Harald Müller) (2006); „Civilizing World Politics. Society and Community Beyond the State” (Hg. zusammen mit Mathias Albert und Klaus Dieter Wolf).

KERSTIN HOLM

Geboren 1958 in Hamburg. Nach dem Abitur und einem Jahr College in den Vereinigten Staaten studierte sie zunächst Musik und Grafik-Design. Dann wandte sie sich der russischen Sprache und Kultur zu. Sie studierte Musikwissenschaft, Slawistik, Romanistik und Germanistik an den Universitäten Hamburg, München, Wien und Konstanz bis zum Staatsexamen und Magister. Nach freier Verlagsarbeit 1987 Hospitanz und Eintritt in die Redaktion Geisteswissenschaften der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Von 1991 bis 2013 berichtete sie aus dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion über Kultur im weitesten Sinn. Redakteurin im Feuilleton. 2003 erschien im Hanser Verlag ihr Russland-Panorama „Das korrupte Imperium“. 2008 folgte im Berlin Verlag ihr Buch „Rubens in Sibirien“ über Beutekunst aus Deutschland in der russischen Provinz. 2012 erschien in der Anderen Bibliothek unter dem Titel „Moskaus Macht und Musen“ ihre Anatomie der russischen Gesellschaft aus der Sicht der Schriftsteller Wladimir Sorokin und Alina Wituchnowskaja sowie der Komponisten Wladimir Martynow und Wladimir Tarnopolski. Seit ihrer Rückkehr in die Zentrale beobachtet sie das Theaterleben, ohne die russischen Dinge aus dem Blick zu verlieren.

JÖRN LEONHARD

Jahrgang 1967, seit 2006 Inhaber des Lehrstuhls für Westeuropäische Geschichte an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg.
1987-1994 Studium der Geschichte, Politischen Wissenschaft und Deutschen Philologie in Heidelberg und Oxford; 1992 Master of Studies in Modern History, Universität Oxford; 1994 Magisterabschluss an der Universität Heidelberg; 1998 Promotion an der Universität Heidelberg; 1998-2003 Fellow and Tutor in Modern History, Universität Oxford; 2001 Visiting Research Fellow der Alexander-von-Humboldt-Stiftung am German-American Center for Visting Scholars in Washington/DC; 2003/04: Stipendiat am Historischen Kolleg, München; 2004 Habilitation an der Universität Heidelberg; 2004 bis 2006 Hochschuldozent für Westeuropäische Geschichte an der Universität Jena; 2007 bis 2012 Direktor der School of Historyam Freiburg Institute for Advanced Studies (FRIAS); 2012/13 Visiting Fellow am Minda de Gunzburg Center for European Studies, Harvard University.
Auszeichnungen u.a. Preis des Deutschen Historischen Instituts London 1998 und Wolf-Erich-Kellner Preis 1999 für die Dissertation, 2002 Wahl zum Fellow of the Royal Historical Society London, Werner-Hahlweg-Preis 2006 für die Habilitation, Landesforschungspreis Baden-Württemberg 2010; NDR-Sachbuchpreis 2014.
Zu seinen wichtigsten Publikationen zählen: Liberalismus – Zur historischen Semantik eines europäischen Deutungsmusters, München 2001 (Dissertation 1998); Nationalismen in Europa: West- und Osteuropa m Vergleich, hg. zus. mit Ulrike von Hirschhausen, Göttingen 2001; Ten Years of German Unification. Transfer, Transformation, Incorporation, hg. zus. mit Lothar Funk, Birmingham 2002; Multi-Ethnic Empires and the Military: Conscription in Europe between Integration and Desintegration, 1860-1918, hg. mit Ulrike von Hirschhausen, Journal of Modern European History 5/2, München 2007; Bellizismus und Nation. Kriegsdeutung und Nationsbestimmung in Europa und den Vereinigten Staaten 1750-1914, München 2008 (Habilitationsschrift 2004); Imperiale Vergangenheiten – (post)imperiale Gegenwart. Prozesse und Repräsentationen, hg. zusammen mit Rolf Renner, Berlin 2009; Empires und Nationalstaaten im 19. Jahrhundert (zusammen mit Ulrike von Hirschhausen), 2. Aufl. Göttingen 2010; Comparing Empires. Encounters and Transfers in the Nineteenth and Early Twentieth Century, hg. mit Ulrike von Hirschhausen, 2. Aufl. Göttingen 2012; Die Büchse der Pandora. Geschichte des Ersten Weltkriegs, 5. Aufl., München 2014.

RUPERT NEUDECK

wurde 1939 in Danzig geboren. Nach Vertreibung aus Ostdeutschland erste Schul-Erfahrung in Schwerte /Ruhr, dann ab 1951 in Hagen/Westfalen, dort 1958 Abitur. Danach Studium der Jurisprudenz sowie katholischen Theologie in Paderborn, dann zwei Jahre Noviziat im Jesuitenorden, dann ausgeschieden und weiteres Studium der Philosophie, Germanistik, Soziologie, Romanistik, Theologie. Abschluss mit einer Dissertation über „Die politische Ethik bei Jean-Paul Sartre und Albert Camus“ an der Universität Münster. 1971 Beginn einer journalistischen Tätigkeit in Köln bei der katholischen „Funkkorrespondenz“, ab 1976 festangestellt beim Deutschlandfunk (Politisches Feature) in Köln bis 1998, dann Vor-Ruhestand. 1979 nebenberuflich und ehrenamtlich Gründer des „Deutschen Komitees Ein Schiff für Vietnam e.V.“ und Anmietung des Schiffes „Cap Anamur“ zur Rettung von 11300 vietnamesischen Bootsflüchtlingen aus dem südchinesischen Meer. Danach als Komitee Cap Anamur/Deutsche Not-Ärzte e.V. tätig zumal im medizinischen Bereich in Kambodscha, Vietnam, Afghanistan und etwa 20 afrikanischen Ländern dazu Kolumbien, Nicaragua und Haiti. Dazu 1992 Beginn einer Minenräumoperation in Angola. 2002 gab Neudeck den Vorsitz und alle Ämter bei Cap Anamur auf und gründete 2003 mit seiner Frau Christel Neudeck als Antwort auf den 11. September 2001 die „Grünhelme e.V.“, die sich zumal im Baubereich und bei der Zusammenarbeit zwischen Christen und Muslimen profilierten. Arbeiten in Afghanistan, in Sumatra Aceh, im Irak, Berufsausbildungszentrum in Ruanda, Schulen in Mauretanien, Uganda, Kongo, demnächst auch in Palästina.
Preise und Auszeichnungen: Cavalieri Orden der Islamischen Republik Somalia 1984; Theodor Heuss Preis 1985; Bruno Kreisky Medaille 1991; Erster Träger des Marion Gräfin Dönhoff Preises 2003; Ehrendoktor der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Münster.
Publikationen u.a. „Die Menschenretter von Cap Anamur“, München 2003; „Abenteuer Menschlichkeit“, Köln 2007; „Ich will nicht mehr schweigen“, Neu-Isenburg 2006; „Die Kraft Afrikas. Warum der Kontinent noch nicht verloren ist“, C.H. Beck München 2010.

ALF MENTZER

geboren 1966 in Rendsburg. Studium der Anglistik, Amerikanistik, Philosophie und Geschichte in Bonn, Harvard und Frankfurt/Main. Seit 2006 Redaktionsleiter Literaturabteilung von hr2-kultur und seit 2014 Ressortleiter des hr2-Tagesprogramms beim Hessischen Rundfunk. Veröffentlichungen u.a.: Die Blindheit der Texte. Studien zur literarischen Raumerfahrung, Heidelberg 2001. (Mit Hans Sarkowicz:) Schriftsteller im Nationalsozialismus, Berlin 2011.

NORMAN PAECH

geb. 1938. Studium der Rechtswissenschaft in Tübingen, München, Paris und Hamburg. Zusatzstudium am Deutschen Institut für Entwicklungspolitik, Berlin. Von 1968 – 72 Mitarbeiter im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit. Danach Mitarbeiter an der Forschungsstelle der Vereinigung deutscher Wissenschaftler, Hamburg. Seit 1975 Professor für politische Wissenschaften an der Universität Hamburg (einstufige Juristenausbildung). Seit 1982 Professor für öffentliches Recht (Verfassungs- und Völkerrecht) an der Hochschule für Wirtschaft und Politik, Hamburg. Von 1977–86 Vorsitzender der Vereinigung demokratischer Juristinnen und Juristen, 1985–93 Redakteur der Zeitschrift „Demokratie und Recht“. Von 1995 – 99 Mitglied im Deutschen Bundestag, Fraktion DIE LINKE. Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat von attac, IALANA und IPPNW. Jüngste Publikation: Paech/Stuby, Völkerrecht und Machtpolitik in den internationalen Beziehungen, Hamburg 2013, weitere Veröffentlichungen unter www.norman-paech.de.

JAN PLAMPER

Jahrgang 1970, Professor für Geschichte, Goldsmiths, University of London, derzeit Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin. Nach dem Studium an der Brandeis University und der Promotion in Berkeley war er Wissenschaftlicher Assistent in Tübingen sowie von 2008-2012 Dilthey Fellow im Forschungsbereich „Geschichte der Gefühle“ des Berliner Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen die Emotionsgeschichte und die Geschichte des Stalinismus. Derzeit arbeitet er an einer emotionshistorischen Studie zur Angst der russischen Soldaten im Ersten Weltkrieg. Buchveröffentlichungen u.a.: „Geschichte und Gefühl. Grundlagen der Emotionsgeschichte“ (2012) und „The Stalin Cult. A Study in the Alchemy of Power“ (2012).

JURKO PROCHASKO

Jahrgang 1970, forscht seit 1993 am Iwan-Franko-Institut der Ukrainischen AW und lehrt Poetik des literarischen Übersetzens an der Universität Lemberg sowie seit 2010 Theorie und Geschichte der Psychoanalyse an dem von ihm dort mitbegründeten Psychoanalytischen Institut. Ukrainischer Germanist, Autor und Übersetzer aus dem Deutschen, Polnischen und Yiddischen. Er war u.a. Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin, derzeit Visiting Fellow am Institut für die Wissenschaften vom Menschen in Wien. Seine Forschungsschwerpunkte sind die Literatur- und Ideengeschichte Galiziens und Mitteleuropas, die Kulturgeschichte Lembergs, der Themenkomplex „Krieg und Mythos“. In deutscher Sprache sind zahlreiche Beiträge von ihm in diversen Sammelbänden und Zeitschriften erschienen. Für den Suhrkamp Verlag arbeitet er aktuell am Buch Lemberg. Raumdeutung.



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