2014 – INTERVENTION Ausgrenzung und Eindämmung. Alte Ressentiments, neuer Nationalismus in Europa

INTERVENTION Ausgrenzung und Eindämmung.
Alte Ressentiments, neuer Nationalismus in Europa

REFERENTEN
KLAUS J. BADE / ARIS FIORETOS / SABINE FRÖHLICH / REINHARD MARX / ALF MENTZER / SUSANNE SCHRÖTER / YASEMIN SHOOMAN
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REFERENTEN

KLAUS J. BADE

Migrationsforscher, Publizist und Politikberater Prof. em. lehrte bis 2007 Neueste Geschichte an der Universität Osnabrück und lebt seither in Berlin. Er war u.a. Begründer des Osnabrücker Instituts für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien (IMIS), des Rates für Migration (RfM), der Gesellschaft für Historische Migrationsforschung (GHM), stellvertretender Vorsitzender des Sachverständigenrates der Bundesregierung für Migration und Integration (Zuwanderungsrat) und von Ende 2008 bis Mitte 2012 Gründungsvorsitzender des Sachverständigenrates deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR) in Berlin. Bade war Fellow an den Universitäten Harvard und Oxford, an der Niederländischen Akademie der Wissenschaften sowie am Wissenschaftskolleg zu Berlin. Er hat zu Migration und Integration in Geschichte und Gegenwart viele Forschungsprojekte geleitet, einige Dutzend Bücher veröffentlicht und für sein Engagement in Forschung und kritischer Politikbegleitung diverse Auszeichnungen erhalten, u.a. das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse (www.kjbade.de). Im März 2013 erschien sein neues Buch „Kritik und Gewalt. Sarrazin-Debatte, ‚Islamkritik‘ und Terror in der Einwanderungsgesellschaft“, Wagenbach Verlag Schwalbach i. T., 400 S.

ARIS FIORETOS

wurde von griechischen und österreichischen Eltern 1960 in Göteborg geboren. Nach Studien in Stockholm, Paris und an der Yale University ist er heute Professor für Ästhetik in Stockholm. Seit seinem literarischen Debut 1991 hat er über ein Dutzend Romane und Essaybücher veröffentlicht. Auf Deutsch sind zuletzt das Prosabuch Die halbe Sonne (Hanser Verlag, 2013) und Verabredungen, ein Gesprächsband mit Durs Grünbein (Suhrkamp Verlag, 2013) erschienen. Fioretos hat u.a. Friedrich Hölderlin, Vladimir Nabokov und Walter Serner ins Schwedische übersetzt, und zahlreiche Preise für sein literarisches Werk erhalten — zuletzt den Literaturpreis der SWR-Bestenliste 2011 und den Großen Preis der Samfundet De Nio 2013. Er ist einer der Vizepräsidenten der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, und lebt und arbeitet in Berlin und Stockholm.

SABINE FRÖHLICH

Jahrgang 1962, ist seit 1995 Pfarrerin der Ev. Landeskirche in Hessen und Nassau, seit 2012 in der Ev. Kirchengemeinde Cantate Domino in der Nordweststadt in Frankfurt am Main. Sie studierte Ev. Theologie in Göttingen, Hamburg und New York (am Union Theological Seminary). Neben dem Gemeindepfarramt arbeitet sie als Bibliodramaleiterin und Bibliologtrainerin.

REINHARD MARX

Jahrgang 1946, geboren in Paderborn, ist seit 1983 beim Landgericht Frankfurt am Main als Rechtsanwalt zugelassen. Schwerpunkt seiner anwaltlichen, publizistischen und Dozententätigkeit ist das Ausländer-, Asyl- und Flüchtlingsrecht sowie das Staatsangehörigkeitsrecht. Daneben ist Reinhard Marx sowohl praktisch und publizistisch wie auch politisch im Bereich des Menschenrechtsschutzes aktiv. Leitbild für die anwaltliche Tätigkeit ist ein konkretes menschenrechtliches Verständnis. Die Betreuung von Migranten, Asylsuchenden und Flüchtlingen ist aktive Durchsetzung des völkerrechtlichen Menschenrechtsschutzes. Zentrales Anliegen seiner anwaltlichen Tätigkeit ist Schutz der Mandanten und Mandantinnen. Zugleich muss die konkrete Einzelfallarbeit in die übergreifende politische und internationale Entwicklung eingeordnet werden. Deshalb ist Reinhard Marx seit Beginn seines Studiums 1974 bis heute nicht nur in der konkreten Betreuung von Migranten und Flüchtlingen aktiv, sondern auch in vielfältiger Weise publizistisch, als Dozent und rechtspolitisch national und international insbesondere in aufenthalts- und asylrechtlichen, aber auch im menschenrechtlichen Bereich tätig.

ALF MENTZER

Geboren 1966 in Rendsburg. Studium der Anglistik, Amerikanistik, Philosophie und Geschichte in Bonn, Harvard und Frankfurt/Main. Seit 2006 Redaktionsleiter Literaturabteilung hr2 beim Hessischen Rundfunk. Veröffentlichungen u.a.: Die Blindheit der Texte. Studien zur literarischen Raumerfahrung, Heidelberg 2001. (Mit Hans Sarkowicz:) Schriftsteller im Nationalsozialismus, Berlin 2011.

SUSANNE SCHRÖTER

ist seit 2008 Professorin für Ethnologie kolonialer und postkolonialer Ordnungen an der Goethe-Universität Frankfurt und Adjunct Professor an der Universitas Indonesia. Von 2004-2008 war sie Inhaberin des Lehrstuhls für Südostasienkunde an der Universität Passau. Zwischen 2000 und 2004 lehrte sie als Gastprofessorin an der Yale University, den Universitäten Mainz, Frankfurt und Trier und forschte als Fellow an der University of Chicago. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Transformation normativer Ordnungen, vor allem in islamisch geprägten Gesellschaften und in Postkonfliktregionen, der Debatte um Religion und Postsäkularismus, Konstruktionen von Gender und Sexualität sowie neuen Formen von Vergemeinschaftung in pluralistischen Gesellschaften. Sie leitet eine internationale Doktorand/innengruppe zum Thema „kulturelle und politische Transformationen in der islamischen Welt“. Ausgewählte Publikationen: Hg. (2013): Geschlechtergerechtigkeit durch Demokratisierung? Transformationen und Restaurationen von Genderverhältnissen in der islamischen Welt. Bielefeld: Transcript. Hg. (2013): Gender and Islam in Southeast Asia. Negotiating women’s rights, Islamic piety and sexual orders. Leiden: Brill. Hg. (2010): Christianity in Indonesia. Perspectives of power. Berlin: Lit, Reihe: Southeast Asian Modernities.

YASEMIN SHOOMAN

leitet seit 2013 die Programme Migration und Diversität an der Akademie des Jüdischen Museums Berlin. Sie hat am Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin zum Thema Islamfeindlichkeit promoviert. In ihrer Dissertation untersucht sie dominante Topoi in antimuslimischen Diskursen und geht der Frage nach, inwiefern antimuslimische Narrative als Ausdruck einer aktuellen Form des Rassismus eingeordnet werden können, in der eine Rassifizierung von religiöser Zugehörigkeit beobachtbar ist, die auf dem intersektionalen Ineinandergreifen der Kategorien Kultur, Religion, Ethnizität, Geschlecht und Klasse basiert. Zu ihren Arbeits- und Publikationsschwerpunkten zählen die Themen Rassismus, Migration und Medienanalyse. Sie ist u.a. Mitglied im Netzwerk kritische Wissensproduktion in der postmigrantischen Gesellschaft.



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