2011 – INTERVENTION Der Optimismus der Ingenieure – Wieviel Risiko ist verantwortbar?

INTERVENTION Der Optimismus der Ingenieure – Wieviel Risiko ist verantwortbar?

PATRICK BAHNERS / RALF BÖNT / WOLFGANG BONSS / DANIEL COHN-BENDIT / PETRA GEHRING / MANFRED J. HAMPE / OLIVER LEPSIUS / ALF MENTZER / JOACHIM RADKAU / KLAUS VONDUNG / HARALD WELZER
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REFERENTEN

PATRICK BAHNERS

geboren 1967 in Paderborn. Abitur am Beethoven-Gymnasium der Stadt Bonn, Studium an der Universität Bonn und am Worcester College der Universität Oxford. Zu seinen Lehrern gehören Klaus Hildebrand, Heinz Thomas, Josef Simon und Jonathan Clark. 1989 Eintritt in die Feuilletonredaktion der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, von 1997 bis 2001 Stellvertreter des Feuilletonchefs und verantwortlicher Redakteur für Neue Sachbücher, seit 1. März 2001 Feuilletonchef. Unter dem Titel „Im Mantel der Geschichte“ veröffentlichte er 1998 einen Versuch über Helmut Kohl und die historische Größe. Mit Gerd Roellecke gab er 1998 den Band „1848 – Die Erfahrung der Freiheit“ und 2001 den Band „Preußische Stile – Ein Staat als Kunststück“ heraus. Im Februar 2011 erschien „Die Panikmacher. Die deutsche Angst vor dem Islam – Eine Streitschrift“. 2003/04 Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin. Ehrenpräsidente der Deutschen Organisation nichtkommerzieller Anhänger des lauteren Donaldismus.

RALF BÖNT

ist Physiker und Schriftsteller. Er promovierte zur Theorie der Elementarteilchen an der LMU München und arbeitete danach u.a. am CERN in Genf, am DESY-IfH in Zeuthen und dem Brookhaven National Laboratory New York, bevor er sich entschied freier Autor zu werden. Beiträge im Modellbau zu Higgs-Boson und Quarks und zur Theorie der Quantengruppen und Symmetriebrechungen. Bearbeitung und Übersetzung eines Lehrbuchklassikers zur Quantenfeldtheorie. Einige Jahre ehrenamtliche Mitarbeit bei amnesty international. Herausgabe des Literaturmagazins Konzepte und div. Anthologien. Initiierte deutsch-israelisches Autoren-Begegnung mit Frank-Walter Steinmeier und Theo Zwanziger. Es erschienen Romane und Hörspiele, zuletzt „Die Entdeckung des Lichts“, der die Lebensgeschichte von Michael Faraday und die Erforschung der Elektrizität und des Magnetismus zwischen französischer Revolution und Einsteins Wunderjahr erzählt. Essayistische Texte in FAZ, SZ, Freitag, taz, Cicero, Berliner Zeitung, perlentaucher und FR. Darunter einige Beiträge zur Atomkraft. Zuletzt antwortete er George Monbiot im Londoner Guardian auf die These, Fukushima habe die Ungefährlichkeit der Atomkraft gezeigt.

WOLFGANG BONSS

Professor für Allgemeine Soziologie an der Universität der Bundeswehr München. Er war stellvertretender Sprecher des Sonderforschungsbereichs „Reflexive Modernisierung“ in München und beschäftigt sich mit Problemen der Modernisierung der Moderne. Hier wiederum liegen seine Arbeitsschwerpunkte in den folgenden Feldern: Risiko und Unsicherheit, in modernen Gesellschaften, die Entwicklung von Mobilität und sozialer Strukturierung, die Produktion und Verwendung von Wissen sowie die Entwicklung von Arbeit und Arbeitslosigkeit. Thematisch einschlägig für die diesjährigen Römerberggespräche ist u.a. die Monographie „Vom Risiko. Über den Umgang mit Unsicherheit in der Moderne“ (1995)

DANIEL COHN-BENDIT

geboren 1945 in Montauban / Frankreich, besuchte in Oberhambach die „Odenwald –Schule“ und machte dort 1965 Abitur. Anschließend kehrte er nach Frankreich zurück und nahm, mit einem deutschen Wiedergutmachungsstipendium ausgestattet, an der Pariser Vororts-Universität Nanterre das Studium der Soziologie auf. Er wurde in den 60er Jahren als Sprecher und Führer der Pariser Mairevolution bekannt. Seit 1978 Arbeit als Publizist in Frankfurt. 1984 wurde er Mitglied bei den GRÜNEN und zählte dort zu den entschiedensten Gegnern des ökosozialistischen Fundamentalismus. Seit Januar 2002 ist er Ko-Vorsitzender der Fraktion der Grünen/ Freie Europäische Allianz im Europäischen Parlament. Auszeichnung: Ehrendoktorwürde der katholischen Universität Tilburg, Niederlande (1997), „Révélation politique“ (Auszeichnung für besondere politische Verdienste verliehen von Trombinoscope) (1998).

PETRA GEHRING

ist Universitätsprofessorin für Philosophie an der TU Darmstadt. Seit 2008 ist sie dort auch Vizepräsidentin, zuständig für wissenschaftliche Infrastruktur und interdisziplinäre Kooperation. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind die metaphysikkritischen Philosophien des 19. und 20. Jahrhunderts, Metaphern und Modelle in den Wissenschaften, die Geschichte und Theorie der Lebens- und Technikwissenschaften – Stichworte „Biopolitik“, „Digitalisierung“ – sowie die Theorie des Rechts. Zuletzt erschiene Monographien sind „Theorien des Todes“ (2010, 2011), „Traum und Wirklichkeit. Zur Geschichte einer Unterscheidung“ (2008), „Was ist Biomacht? Vom zweifelhaften Mehrwert des Lebens“ (2006) sowie „Foucault – Die Philosophie im Archiv“ (2004).

MANFRED J. HAMPE

studierte Chemie und Verfahrenstechnik an der Technischen Universität Clausthal und wurde 1980 von der Technischen Universität München mit einer Dissertation zu irreversiblen Prozessen in Grenzflächensystemen zum Dr.-Ing. promoviert. Er arbeitete in der Zentralen Forschung der Bayer AG in Leverkusen, ehe er 1995 zum Professor für Thermische Verfahrenstechnik an der Technischen Universität Darmstadt berufen wurde. Er ist Vorsitzender des Fakultätentages Maschinenbau und Verfahrenstechnik und Mitglied des Vorstands von 4ING, der Dachorgansisation der Fakultätentage der Ingenieurwissenschaften und der Informatik. – Seit 2004 berät er als Bologna-Experte im Auftrag der EU-Kommission und des Deutschen Akademischen Austauschdienstes Hochschulen bei der Umsetzung der Bologna-Reformen.

OLIVER LEPSIUS

Oliver Lepsius bekleidet den Lehrstuhl für Öffentliches Recht, Allgemeine und Vergleichende Staatslehre an der Universität Bayreuth. Seine Forschungsschwerpunkte liegen bei den Grundlagen des öffentlichen Rechts, der Demokratie- und Eigentumstheorie, Intra- und Interdisziplinarität in der Rechtswissenschaft sowie der theorierelevanten Dogmatik im Verfassungs- und Verwaltungsrecht. „Besitz und Sachherrschaft im öffentlichen Recht“ (2002), „Verwaltungsrecht unter dem Common Law“ (1997) und „Die gegensatzaufhebende Begriffsbildung“ (1994) sind seine bekanntesten Werke. 2008 gab er einen Band zur „Rechtswissenschaftstheorie“ heraus (zusammen mit Matthias Jestaedt). Lepsius ist Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, momentan im Vorstand der Vereinigung der Deutschen Staatsrechtslehrer und 2010/2011 Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin.

ALF MENTZER

geboren 1966 in Rendsburg. Studium der Anglistik, Amerikanistik, Philosophie und Geschichte in Bonn, Harvard und Frankfurt/Main. Seit 2006 Redaktionsleiter Literaturabteilung hr2 beim Hessischen Rundfunk. Veröffentlichungen: Die Blindheit der Texte. Studien zur literarischen Raumerfahrung, Heidelberg 2001. (Mit Hans Sarkowicz:) Literatur in Nazi-Deutschland. Ein biografisches Lexikon, Hamburg 2000 und 2002.

JOACHIM RADKAU

seit 1980 an der Fakultät für Geschichtswissenschaft der Universität Bielefeld, habilitierte sich dort über „Aufstieg und Krise der deutschen Atomwirtschaft“ (als Buch bei Rowohlt 1983) und bewegt sich seither in einem Dreieck zwischen Technik-, Umwelt- und Medizingeschichte. Sein Buch „Technik in Deutschland“ (1988, Neufassung 2008) stellt die Frage nach nationalen Pfaden in der Technikgeschichte. Sein stoffliches Hobby ist das Holz (Buchveröffentlichung 1987, Neufassung 2007: „Holz – Wie ein Naturstoff Geschichte schreibt“); aber er begab sich auch in die Medizin- und Mentalitätengeschichte („Das Zeitalter der Nervosität – Deutschland zwischen Bismarck und Hitler“, 1998, als Taschenbuch 2000). Im Jahr 2000 publizierte er „Natur und Macht – Eine Weltgeschichte der Umwelt“ (2004 chinesische, 2008 amerikanische, 2011 japanische Ausgabe). Besonderes Aufsehen erregte seine Biographie Max Webers (2005, auf Englisch 2009), die teilweise an das „Zeitalter der Nervosität“ anknüpfte, aber auch das Öko-Konzept der „Rache der Natur“ aufgriff. Soeben veröffentlichte er „Die Ära der Ökologie – Eine Weltgeschichte“.

KLAUS VONDUNG

ist Professor Emeritus der Universität Siegen für Neuere deutsche Literaturwissenschaft. Er ist außerdem ständiger Gastprofessor ehrenhalber der Zhejiang Universität, Hangzhou; weitere Gastprofessuren hatte er an mehreren Universitäten der USA und Japans inne. Seine Forschungen beschäftigten sich hauptsächlich mit Schnittstellen von Literatur, Politik und Religion. Sein wichtigstes Werk, „Die Apokalypse in Deutschland“, erschien 1988 (engl. Übs. 2000); von 2006 – 2008 gab er gemeinsam mit K. Ludwig Pfeiffer die Buchreihe „Mystik und Moderne“ heraus.

HARALD WELZER

ist Leiter des Center for Interdisciplinary Memory Research in Essen. Außerdem lehrt er Sozialpsychologie u.a. an der Universität Sankt Gallen. Seine Arbeitsschwerpunkte liegen in der Erinnerungs- und Gedächtnisforschung, der Tradierungsforschung und der Massengewaltforschung. 2002 erschien sein Klassiker „Opa war kein Nazi. Nationalsozialismus und Holocaust im Familiengedächtnis“, der Aufschluss darüber gibt, wie die Deutschen zu ihrer nationalsozialistischen Vergangenheit stehen. 2005 veröffentlichte er zusammen mit Hans Markowitsch „Das autobiographische Gedächtnis“ und außerdem die Studie „Täter. Wie aus ganz normalen Menschen Massenmörder werden“, die inzwischen in sieben Sprachen übersetzt ist. 2008 erschien „Klimakriege. Wofür im 21. Jahrhundert getötet wird“, das mittlerweile in der sechsten Auflage vorliegt und ins Englische, Französische, Schwedische, Niederländische, Italienische, Chinesische, Koreanische, Arabische und Portugiesische übersetzt worden ist. 2011 erschien „Soldaten. Protokolle vom Kämpfen, Töten und Sterben“ (zus. mit Sönke Neitzel).

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