2012 – INTERVENTION Postdemokratie – Haben wir noch die Wahl?

INTERVENTION Postdemokratie – Haben wir noch die Wahl?

HAMED ABDEL-SAMAD / FRANZISKA AUGSTEIN / GÁBOR DEMSZKY / UDO DI FABIO / KARIM EL-GAWHARY / WOLFGANG KRAUSHAAR / ALF MENTZER / NILS MINKMAR / PAUL NOLTE / MARTIN SAAR / JOSEPH VOGL / ←zurück

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REFERENTEN

HAMED ABDEL-SAMAD

wurde in 1972 nahe Kairo geboren und ist deutsch-ägyptischer Politikwissenschaftler und Publizist. Er studierte Literatur und Politikwissenschaft in Ägypten, Deutschland und Japan. Abdel-Samad arbeitete für die UNESCO, am Lehrstuhl für Islamwissenschaft der Universität Erfurt und an der Abteilung für jüdische Geschichte und Kultur an der Universität München. Bekannt wurde er durch seine Biographie „Mein Abschied vom Himmel“. Sein Buch „Der Untergang der islamischen Welt“ wurde ins Arabische, Persische und Niederländische übersetzt. Während der Revolution Ende Januar 2011 reiste er nach Kairo und schloss sich den Aufständischen an und forderte öffentlich den Rücktritt des damaligen Präsidenten Mubarak. Sein Buch „Krieg oder Frieden. Die arabische Revolution und die Zukunft des Westens“ analysiert die Ursachen der Revolution und deren Verlauf und bietet einen Ausblick über die Zukunft des Nahen Osten.

FRANZISKA AUGSTEIN

stammt aus Hamburg. Sie hat in Berlin, Bielefeld, Paris und London studiert und wurde am University College London mit einer Arbeit über die Ursprünge der Rassetheorie promoviert. Von 1997 bis 2001 war sie Redakteurin im Feuilleton der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Seit 2001 arbeitet sie für die „Süddeutsche Zeitung“. 2000 erhielt sie den Theodor-Wolff-Preis in der Kategorie Essayistischer Journalismus für ein Porträt Martin Walsers. Ihr jüngstes Buch heißt: „Treue und Verrat. Jorge Semprún und sein Jahrhundert“ (C.H. Beck Verlag, 2008). Derzeit arbeitet sie an einem Buch über „Deutsche Interessen“.

GÁBOR DEMSZKY

ist Jurist und Soziologe. Er wurde 1952 in Budapest geboren. 1979 gab er seine Unterschrift für die Solidaritätserklärung der Charta 77. Wegen seiner politischen Tätigkeit verlor er seine Arbeit, darüber hinaus wurde ihm sein Reise- und Publikationsrecht entzogen. 1981 gründete und leitete er mit László Rajk den Unabhängigen Verlag AB. 1983 wurde er für „Gewalt gegen Staatsbehörden“ für sechs Monate verurteilt, wobei ihm drei Jahre bedingter Straferlass gewährt wurde. 1988 war er Mitgründer des Netzes für freie Initiativen, später der politischen Partei „Bund der freien Demokraten“ (SZDSZ). An der konstituierenden Sitzung des Stadtparlamentes der Hauptstadt Budapest am 31. Oktober 1990 wurde er zum Oberbürgermeister von Budapest gewählt und danach vier Mal wiedergewählt. Für seine Arbeit wurden ihm zahlreiche Preise verliehen.
Werke: Szamizdat (red. 1990), Untergrundlinien (Coautor 2000), Die Rückeroberung der Freihet (2001), Das Budapest Modell (Coautor 2003), Das Paradies im Osten (2008).

UDO DI FABIO

geboren.1954 in Walsum; 1970–1980 Kommunalverwaltungsbeamter bei der Stadt Dinslaken; 1985–1986 Richter beim Sozialgericht Duisburg; 1987 Promotion Rechtswissenschaften; 1990 Promotion Sozialwissenschaften; 1993 Habilitation an der Universität Bonn; 1993–2003 Professor an den Universitäten Münster, Trier, München; 1999-2011 Richter des Bundesverfassungsgerichts; seit 2003 an der Universität Bonn; Mitglied der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften.
Veröffentlichungen (Auswahl): Wachsende Wirtschaft und steuernder Staat, 2010; Gewissen, Glaube, Religion, 2. Aufl. 2009; Die Kultur der Freiheit, 2005; Die Staatsrechtslehre und der Staat, 2003; Das Recht offener Staaten. Grundlinien einer Staats- und Rechtstheorie, 1998; Risikoentscheidungen im Rechtsstaat, 1994.

KARIM EL-GAWHARY

geboren 1963 als Sohn einer deutschen Mutter und eines ägyptischen Vaters, studierte Islamwissenschaften und Politik an der FU Berlin. Seit 2004 leitet er das Nahostbüro des ORF in Kairo. Zuvor war er dort fünf Jahre lang als Vertreter des ARD-Rundfunkstudios tätig. Daneben arbeitet der Vater von drei Kindern als Nahost-Korrespondent seit 17 Jahren für verschiedene deutschsprachige Zeitungen, u. a. die tageszeitung (Berlin), die Presse (Wien), die Sonntagszeitung (Zürich), die Hannoversche Allgemeine, die Stuttgarter Nachrichten, die Badische Zeitung (Freiburg), die Rheinische Post (Düsseldorf), die Rheinpfalz (Ludwigshafen), den Bonner General Anzeiger.

WOLFGANG KRAUSHAAR

arbeitet seit 1987 als Politikwissenschaftler und Zeithistoriker am Hamburger Institut für Sozialforschung. Seine Forschungsschwerpunkte stellen Protestbewegungen in der Bundesrepublik Deutschland und der ehemaligen DDR sowie der RAF-Terrorismus dar. Zu seinen bekanntesten Veröffentlichungen zählen „Die Protest-Chronik 1949-1959“ (1996) sowie die Herausgabe der Bände „Frankfurter Schule und Studentenbewegung“ (1998) und „Die RAF und der linke Terrorismus“ (2006). Kraushaar ist Mitglied in der Vereinigung Deutscher Wissenschaftler.

ALF MENTZER

geboren 1966 in Rendsburg. Studium der Anglistik, Amerikanistik, Philosophie und Geschichte in Bonn, Harvard und Frankfurt/Main. Seit 2006 Redaktionsleiter Literaturabteilung hr2 beim Hessischen Rundfunk. Veröffentlichungen: Die Blindheit der Texte. Studien zur literarischen Raumerfahrung, Heidelberg 2001. (Mit Hans Sarkowicz:) Literatur in Nazi-Deutschland. Ein biografisches Lexikon, Hamburg 2000 und 2002

NILS MINKMAR

1966 in Saarbrücken geboren, besitzt einen deutschen und einen französischen Pass. Während des Studiums an der Universität des Saarlandes amtierte er zwei Semester als AStA-Präsident. Später wandte er sich der historischen Anthropologie der frühen Neuzeit zu, besuchte Pierre Bourdieus Doktorandenseminar und promovierte 1996 in Neuer Geschichte mit einer Arbeit über Ehrenkonflikte im frühneuzeitlichen Colmar. 1997 wurde er Redakteur der ZDF-Sendung „Willemsens Woche“ in Hamburg. Nach der Einstellung der Sendung folgte eine Phase als freier Journalist mit Texten für die „Süddeutsche Zeitung“, „Geo“ und „Merian“. 1999 Berufung zum Redakteur der „Zeit“, erst ins Feuilleton, dann ins Wissens-Ressort, mit Zuständigkeit für die Medienseite. Seit Juli 2001 Redakteur im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, ab dem 1. Januar 2012 Feuilletonchef der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Gründungsmitglied der Deutschen Montaigne Gesellschaft.

PAUL NOLTE

Jahrgang 1963, lehrt seit 2005 Neuere Geschichte und Zeitgeschichte an der Freien Universität Berlin. Er war u.a. Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin, Professor an der Jacobs University Bremen und Gastprofessor an der University of North Carolina in Chapel Hill. Im Ehrenamt ist er seit 2009 Präsident der Evangelischen Akademie zu Berlin. Seine Forschungsschwerpunkte sind die Geschichte von sozialen Strukturen, sozialen Bewegungen und Politik seit dem 18. Jahrhundert, vor allem in Deutschland und den USA. Seit 2004 ist er Hauptherausgeber von „Geschichte und Gesellschaft. Zeitschrift für Historische Sozialwissenschaft“. Buchveröffentlichungen u.a.: „Die Ordnung der deutschen Gesellschaft“ (2000), „Generation Reform“ (2004), „Riskante Moderne“ (2006); „Religion und Bürgergesellschaft“ (2009); sowie jüngst „Was ist Demokratie? Geschichte und Gegenwart“ (2012).

MARTIN SAAR

ist nach Promotion und Habilitation in Frankfurt Privatdozent am Fachbereich Gesellschaftswissenschaften der Goethe-Universität; er hat in Berlin, New York und Bremen unterrichtet und vertritt derzeit die Professur für Praktische Philosophie am Philosophischen Seminar der Universität Hamburg. Seine Interessen und Schwerpunkte in Forschung und Lehre liegen in der zeitgenössischen politischen Theorie und Philosophie, der politischen Ideengeschichte und der Sozialphilosophie. Er ist Autor von „Genealogie als Kritik“ (2007), Mitherausgeber von „Autonomie und Heteronomie der Politik. Politisches Denken zwischen Post-Marxismus und Poststrukturalismus“ (2004, zusammen mit dem Frankfurter Arbeitskreis für politische Theorie & Philosophie) und von „Sozialphilosophie und Kritik“ (2009, zusammen mit Rainer Forst, Martin Hartmann, Rahel Jaeggi). Im nächsten Jahr erscheint „Die Immanenz der Macht. Politische Theorie nach Spinoza“.

JOSEPH VOGL

ist Professor für Literatur- und Kulturwissenschaft / Medien an der Humboldt-Universität zu Berlin und Permanent Visiting Professor an der Princeton University. Seine Arbeitsschwerpunkte liegen in der Literaturgeschichte vom 18. bis 20. Jahrhundert, in Literatur- und Medientheorie, in der Geschichte des ökonomischen und politischen Wissens. Zuletzt erschienen u.a. „Kalkül und Leidenschaft. Poetik des ökonomischen Menschen“ (2002), „Über das Zaudern“ (2007), „Soll und Haben. Fernsehgespräche“ (mit Alexander Kluge, 2009) und „Das Gespenst des Kapitals“ (2010).

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